· 

Inka erzählt...

So vergingen dann einige Monate und ich hatte mich schon richtig an mein kleines Mädchen gewöhnt. Wir waren zu einem echten Team zusammengewachsen und ich fand es super, dass wir nicht nur in der Halle trainierten, sondern auch Ausritte machten und viel ohne Sattel unterwegs waren. Eines Tages dann, kam Julia schon ganz früh zu mir in den Stall. Sie holte mich aus meiner Box und ich spürte ihre Aufregung. Was war denn heute los? Warum war meine Freundin so nervös? Fragend stupste ich sie mit meiner Nase an. Daraufhin gab sie mir ein kleines Küsschen und erzählte mir, dass wir heute auf ein Turnier gehen würden. Um genau zu sein, auf einen Reiterwettbewerb. Auf Turnier? Alles klar! Das kannte ich bereits. Auch mit meiner Vorbesitzerin war ich schon auf Turnieren gestartet. Am besten fand ich immer das wilde Galoppieren am Ende… mit diesem Ding an meinem Kopf. Julias Mama flocht mich ein, während mein Mädchen mich auf Hochglanz polierte. Natürlich stand ich mal wieder ganz brav still. Nach einiger Zeit wurden mir Transportgamaschen angelegt und ich lies mich problemlos auf den Pferdeanhänger führen. Und schon ging die rumplige Fahrt los.

 

Circa eine halbe Stunde später blieben wir stehen und mein Mädchen kam direkt durch die Hängertür zu mir rein, um zu sehen, wie es mir ging. Dann verschwand sie wieder. Ich wartete und wartete. „Hallo? Kann mich mal jemand hier runterholen?? Es wird warm!!“, dachte ich mir. Da hörte ich Julias Stimme und wieherte ganz laut. Sofort kam sie zu mir und entschuldigte sich bei mir, weil ich so lange warten musste. Sie war immer noch ganz aufgeregt und sagte mir, dass das Turnier sehr im Verzug war. So ein Mist…. Es wurde immer heißer und stickiger im Anhänger. Zum Glück bemerkte mein Mädchen es. „Oh nein Inka! Du schwitzt ja schon!“, sagte sie ganz besorgt und lief zu ihrer Mama. Keine zwei Minuten später wurde ich nun abgeladen und Julia kühlte meine Beine etwas mit Wasser ab. Danach durfte ich grasen. So gefiel mir das Ganze schon viel besser. Irgendwann schien es dann aber doch loszugehen, denn ich wurde gesattelt und getrenst. Brav ging ich mit Julia auf den Abreiteplatz.

 

Hui! Hier war vielleicht was los! Aber das kannte ich ja und blieb ganz ruhig. Mein kleines Mädchen schien schon nervös genug zu sein. Ich musste also gut auf sie aufpassen. Ich hielt alles im Blick und trug sie sicher durch die Gegend. Meine Güte! Wie lange sollten wir denn noch abreiten? Wann ist denn die Prüfung? Ich schielte zum Eingang und sah Julias Reitlehrerin winken. Es stellte sich heraus, dass es noch mehr Verzug gab… Manno! Langsam wurde ich müde. Als dann aber die Prüfung endlich losging, war ich wieder hellwach! Mein kleines Mädchen konnte ja schließlich nichts dafür und ich wollte sie auf keinen Fall hängen lassen!

 

Es wurde Schritt geritten und getrabt und schließlich auch einzeln galoppiert und ich benahm mich vorbildlich. Schließlich marschierten wir auf und warteten auf die Platzierung. Es waren insgesamt 5 Paare in der Bahn und wir wurden… naja 5. halt.  Aber mir war das egal. Ich spürte, dass mein Mädchen happy war und deswegen war ich es auch. Immerhin war es ja auch ihr erstes Turnier. Sie brachte mich zum Anhänger zurück und drückte und lobte mich ununterbrochen. Super! Das liebte ich! Es gibt nichts Besseres, als wenn mein Mädchen stolz auf mich ist! Ich bekam eine Dusche und gaaanz viele Karotten und dann ging es auch schon nach Hause. Auch wenn es schon Abend war, brachte Julia mich noch für ein paar Stunden auf die Weide. „Das hast du dir verdient!“, sagte sie und gab mir ein Küsschen auf die Nase. Das kitzelte immer und irgendwie mochte ich das. Noch eine letzte Möhre und ich trabte zu meinen Freunden, wälzte mich genüsslich und fing, nach einem letzten Blick zu meinem Mädchen, an zu grasen. Was ein Tag!

 


Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Mondglanz (Donnerstag, 13 Dezember 2018 16:50)

    Herzlichen Glückwunsch zum 5.Platz ❤❤❤❤❤�����