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Smarty erzählt...

marina_reitet_smarty_im_schnee

Hey Leute,

 

alle die meinen letzten Blogeintrag gelesen haben, können sich sicher vorstellen, dass meine folgenden Tage nicht besonders schön waren.

Der Winter war bei uns angekommen und es war bitterkalt, grau-in-grau und

richtig trostlos.

Was soll ich sagen….es passte genau im mein Gefühlsleben.

Noch immer konnte ich nicht begreifen, was mir an jenem Tag wiederfahren war. Ich wollte mich einfach nicht damit abfinden, dass ich meine Mami nie wieder sehen kann.

Die Anderen versuchten mich vergeblich aufzumuntern. Aber ich hatte keine Lust auf herumtoben oder spielen.

Ich kann euch heute gar nicht mehr sagen, wie lange das so ging. Für mich fühlte sich alles so sinnlos an. Warum wurde ich geboren und dann alleine gelassen???

 

Eines Abends, wir hatten alle schon gefressen und es kehrte Nachtruhe ein,

kam der Älteste von den Anderen zu mir herüber.

Er wirkte immer ein wenig grimmig und von mir an genervt. Nie im Leben hätte ich mich getraut, ihn mal zum Spielen aufzufordern. Ihn hielt ich mir immer auf Abstand.

Und nun kam ausgerechnet er zu mir. Ich dachte noch….oh so ein Mist…die anderen werden mich bestimmt nicht verteidigen.

Plötzlich stand er ganz nah bei mir und ich war angespannt bis in die Haarspitzen als ich spürte, wie seine weichen Nüstern mir durch meine Mähne fuhren.

Es fühlte sich sehr angenehm an und als er auch noch anfing zu knabbern, konnte ich mich doch tatsächlich entspannen.

Ich nahm all meinen Mut zusammen und knabberte ihn vorsichtig zurück.

Natürlich kam ich nicht an seine Mähne dran, sondern gerade mal an seine Schulter.

Aber egal, irgendwie fühlte ich, wie mein Herzchen wärmer wurde.

So standen wir eine ganze Weile, bis er schließlich aufhörte und mir in die Augen schaute.

Oh je…ich wusste es…jetzt gibt es Ärger!!!

Doch er räusperte sich einmal und sprach zu mir:“ Kleine Smarty! Ich weiß, dass du sehr traurig bist, weil deine Mama von uns gegangen ist. Das ist für uns alle sehr schlimm gewesen, aber du solltest wissen, dass fast alle Pferdekinder, wenn sie ein halbes Jahr alt sind, von ihren Mamis getrennt werden. Man nennt das auch Absetzen. Ok, in der Regel sterben die Mamis nicht, aber sie verlassen trotzdem ihre Kinder. Es ist dann ein Alter erreicht, wo man lernen muss, alleine zurechtzukommen.

Ich erzähle dir das, damit du endlich anfängst, dein Leben zu leben.

Deine Mami war schon sehr lange sehr schlecht dran. Sie dachte ja schon sie müsste sterben, als sie dich noch im Bauch hatte.

Aber sie hatte sich fest vorgenommen, ihrem Baby dieses Leben noch zu schenken. Sie hat jeden Tag für euch Beide gekämpft und damit nicht genug.

Als du dann endlich das Licht der Welt erblickt hattest, wusste sie, dass es jetzt noch wichtige sechs Monate gab, die sie irgendwie schaffen musste. Es lag ihr sehr am Herzen, dir noch eine gute Erziehung mit auf deinen Lebensweg zu geben, damit du bestens für deine Reise gerüstet bist.

Ich habe oft mit deiner Mami gesprochen. Sie war wirklich eine bemerkenswerte und starke Ponydame.

 Eines Tages kam sie zu mir und fragte mich, ob ich glauben würde, dass du nun alleine gut zurecht  kommen könntest. Sie wäre jetzt doch sehr schwach und wüsste nicht, wann sie von uns gehen wird.

Ich versicherte ihr, dass sie ein tolles keines Ponymädchen herangezogen hätte und du durchaus bereit wärst, dein Leben zu meistern.

Sie bedankte sich bei mir, drehte sich um und ich wusste, dass dieses mein letztes Gespräch mit ihr war.

Smarty…deine Mami ist jetzt im Pferdehimmel und schaut auf dich hinunter. Glaubst du sie wäre glücklich, dich so traurig zu sehen? Nach all den Schmerzen und  Strapazen, die sie auf sich genommen hat, nur um dir dieses Leben zu schenken. Denkst du nicht es ist an der Zeit, deiner Mami zu beweisen, dass sie alles richtig gemacht hat und du ihr ein Lächeln ins Gesicht zauberst, indem du endlich anfängst deinen eigenen Weg zu gehen?“

Meine Augen waren wieder voll Wasser. Ich musste ein paarmal schlucken.

So hatte ich das noch nie gesehen und ich war sehr dankbar für diese Worte.

Es stimmte! Wenn ich jetzt nicht mein Leben in die Hufe nehme, war alles was sie durchgemacht hatte, umsonst.

In dieser Nacht versprach ich meiner Mami im Himmel, dass ich ab jetzt in die Welt hinausgehen würde und sie, bis das wir uns irgendwann im Pferdehimmel wiedersehen, auf mich stolz sein könnte.

 

Ich freute mich auf den nächsten Morgen, denn ab jetzt ging mein Leben richtig los….


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Kommentare: 6
  • #1

    Dadette (Montag, 09 April 2018 12:59)

    Mein Leben in die Hufe nehmen ���

  • #2

    Klara sprandel (Montag, 09 April 2018 13:14)

    Hallo ich finde den Eintrag fol cool��

  • #3

    Jil (Montag, 09 April 2018 22:31)

    Veröffentliche ein Buch� Das ist so schön zu lesen❤

  • #4

    Bianca (Dienstag, 10 April 2018 16:30)

    Ich finde immer richtig cool deine Blog Einträge zu lesen❤���

  • #5

    Selina (Samstag, 21 April 2018 11:23)

    Hii Marina
    Du machst echt super schöne Beiträge in der Sicht deiner Pferdis! Echt toll! Weiter so.❤️

  • #6

    Madeleine (Mittwoch, 17 Oktober 2018 09:37)

    Ich finde das total toll wie du das erzählen kannst �☹� Schreibe doch irgendwann mal ein Buch